Gründungsfeier des Vereins 2


Zur Feier der Gründung des Vereins Lichthof trafen sich Mitglieder und Freunde am namengebenden Ort, dem Lichthof im Haus der Familie Brombach in Lohmar-Deesem.

Mehrere FestrednerInnen wiesen auf unterschiedliche Aspekte zur Entstehung und zu den Zielen des Vereins hin.

Vorab trug Dr. Michael Zirwes ein bewegendes Stück auf der Geige vor, das – wie er anschließend erklärte – in einem Konzentrationslager von dort inhaftierten Musikern komponiert worden ist: Das Stück „Friling“, das die Hoffnung auf das Erleben des nächsten Frühlings beschreibt.

Zur Begrüßung betonte Joseph Brombach, Mitgründer des Vereins und Gründer des benachbarten Elisabeth-Hospizes, dass das Leben sich nicht im Bestehenden entwickele, sondern in der Veränderung. Die Gründung des Vereins Lichthof mit dem Ziel, insbesondere das Sterben zuhause im Kreis der Familie zu ermöglichen, freue ihn sehr.

Sabine Sappke-Heuser, die sich mit einem Augenzwinkern als „erste Erste Vorsitzende des Vereins“ vorstellte, berichtete von dem Traum, den die Gründung des Vereins inspirierte und der zugleich die Vision des Vereins darstellt: Nämlich es vielen Menschen zu ermöglichen, in Würde und nach den ureigenen Vorstellungen und Wünschen die letzte Phase ihres Lebens zu gestalten. Sie verwies auch auf die ersten bereits realisierten Vorhaben des Vereins, nämlich auf das umfangreiche Vortrags- und Bildungsangebot des Vereins. Auch die anderen Ziele, die sich der Verein gesetzt hat, stellte sie ausführlich vor.

Dr. Elisabeth Kohrt, Leiterin der Bildung und Mitbegründerin des Ambulanten Hospizes in Leverkusen, spann anschließend einen Bogen über die Entwicklung der Hospiz- und Palliativ-Bewegung seit den 1970er Jahren bis heute. Davon, wie stark die Zahl der Palliativ-Stationen und Hospize seit den 1980er Jahren in Deutschland gewachsen ist – und wie weit der Weg dennoch ist. Obwohl es sich nachweislich die meisten Menschen wünschten, im eigenen Heim zu sterben, verbringen dennoch immer noch viele Menschen die letzten Stunden in einem Krankenhaus. Die Statistiken würden aber belegen, dass in jenen Bundesländern mehr Menschen zuhause ihre letzte Lebensphase beschließen würden, in denen es ausgeprägte ambulante Unterstützung durch Vereine und Palliativ-Mediziner vor Ort gäbe.

Nach einem weiteren Geigenvortrag von Herrn Zirwes sprach Dr. Lothar Watrinet einige humorvolle aber auch sehr akzentuierte Worte. Der 94jährige Watrinet,  ehemaliger Arzt am St. Joseph-Hospital in Troisdorf und Vorsitzender der hiesigen Ärztekammer, erinnerte an die Frühphase der Gründung des Hospizes, als er Sibilla und Joseph Brombach kennenlernte, und von ihrer Energie und Motivation beeindruckt war.  Die tiefe Liebe zum Menschen, die auch ihn als Christ bewege, habe er hier deutlich gespürt. Deshalb habe der die Brombachs seinerzeit unterstützt und deshalb wünsche er auch dem neuen Verein alles erdenklich Gute.

Zum Schluss sprach Dr. Dirk Franke aus Hennef. Er berichtete von einer neuen Initiative von mehreren Palliativ-Medizinern im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, die die palliative Arbeit in der Region befördern möchten, und die sich herzlich auf die Zusammenarbeit mit dem Verein Lichthof freue.

Eine sehr konkrete Unterstützung überbrachte Gunnar Klänhammer von der Kreissparkasse in Köln, der der Vorsitzenden Sappke-Heuser einen großzügigen Check überreicht.

Nach diesen Vorträgen genossen die circa 120 Anwesenden die harmonische Atmosphäre im Lichthof. Es gab einen lebhaften Austausch und allen gemein war die Freude auf die bevorstehende Zeit.


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2 Gedanken zu “Gründungsfeier des Vereins

  • Rolf Junggeburth

    Eine sehr schöne Gründungsfeier mit tollen Menschen und Gesprächen. Durch unsere Mitgliedschaft hoffen wir euch unterstützen zu können. Weiterhin viel Erfolg und eine gute Zeit wünscht euch die
    Colasit Deutschland GmbH

  • Bürger, Cornelia

    Lieber Michael, liebe Vereinsmitglieder,

    ich freue mich, auch wenn ich 500 km entfernt bin, auf diesem Wege bei euch teilnehmen zu können.
    Ich finde alles gut gemacht und freue mich schon auf die nächsten „News“
    Alles Liebe
    Conny Bürger